Wir sind die Schmidtis

Michael (Schmidti)

Seit meiner Kindheit bin ich mit Tier und Natur verbunden. Zuhause hatten wir immer Hunde und als ich Ela kennen lernte, habe ich auch Gefallen an Kleintieren, Katzen und später auch an Pferden gefunden.


Wir teilen die Leidenschaft zu Tieren. Sie ist Bestandteil unseres Lebens geworden. Ohne diese tiefe, uneingeschränkte Gemeinsamkeit, könnten wir unseren tierreichen Haushalt nicht führen. Es verlangt schon ein großes Maß an Verantwortung und Hingabe, sowie finanzielles Gleichgewicht, um die Versorgung aller Tiere zu gewährleisten.


Hauptberuflich bin ich als Bürokaufmann tätig, sodass ich überwiegend an den Samstagen am Stall helfe.

Reiten kann ich nicht. Zum Gefallen für Sophia und Ela bin ich schon mal auf Aaron mit ausgeritten. Aber ich kann nicht behaupten, dass mir das Reiten Freude bereitet.


Ich gehe lieber mit den Pferden spazieren und erfreue mich an ihrem Anblick auf der Weide.


Der Umgang mit Kindern bereitet mir große Freude. Vor Jahren habe ich als Jugend-Trainer die Kinder und Jugendlichen beim Fußball unterstützt und gefördert. Jetzt in Kombination mit den Tieren, ist es eine neue Herausforderung und Verantwortung.


Pferde und ihr Umfeld tuen den Kindern gut. Sie werden gestärkt und entwickeln ihre Persönlichkeit durch die Pferde.


Es freut mich, wenn ich sehe, dass die Kinder spielerisch und leicht den Umgang mit dem Pferd erlernen. Dass sie achtsamer werden gegenüber sich, den Mitreitern und den Tieren und dabei ihre Angst, wenn überhaupt vorhanden, überwinden und sich wie selbstverständlich ausbalanciert auf dem Pferderücken halten können. Reiten macht glücklich und entspannt – das habe ich auch als Nicht-Reiter sehr schnell erkannt.


 
 

Daniela (Ela)

Die Leidenschaft zu diesem edlen Geschöpf Pferd schlummerte schon in meinem Erbgut. In jeder Generation unserer Familie hatte es einen pferdebegeisterten Menschen gegeben. Der mir bekannteste ist mein Ur-Opa. Dieser hatte im 1. Weltkrieg im Reiter-Regiment in Bonn gedient und sein Leben den Pferden verschrieben.


Meinen reiterlichen Einstieg fand ich auch über das Ponyreiten. Sonntags wurden zwei Ponys auf dem Reiterhof in Flammersfeld ausgeliehen und unsere Eltern unternahmen mit uns Kindern regelmäßig einen Spazierritt.


Die absolute Prägung auf das Pferd erhielt ich durch ein tragisches familiäres Unglück. Während und nach dieser dunklen Zeit wurden Pferde meine Seelentröster und engsten Gefährten.


Ab dem zwölften Lebensjahr besuchte ich immer regelmäßiger den Reiterhof in Flammersfeld. Hier war ich über vier Jahre Tag für Tag, bei Wind und Wetter helfend tätig. Pferde versorgen, pflegen und reiten!

Mit voranschreitenden Reitkenntnissen und Fähigkeiten wurden mir die Möglichkeit geboten Kinder-Reitgruppen (Anfänger bis Fortgeschrittene) im Gelände anzuführen. Durch das Vertrauen, dass in mich gesetzt wurde und die übertragene Verantwortung, konnte ich schon früh meine sozialen Kompetenzen ausbauen.


Nach erfolgreichem Schulabschluss jobbte ich auf verschiedenen Reitanlagen. Meinen mongolischen Reitstil rundetet ich mit der klassischen Reitkunst ab und verfeinerte zunehmend meine reiterlichen Fähigkeiten. Auch meine ersten Erfahrungen an der Teilnahme an Reitturnieren konnte ich in dieser Zeit sammeln.


1994 begann ich eine Ausbildung zur Pferdewirtin mit Schwerpunkt Reiten im Ausbildungsstall von Wilhelm Zeegers in Neuwied/Oberbieber. Zu diesem Zeitpunkt war der Betrieb Landesleistungszentrum von Rheinland-Pfalz.


Nach zwei Ausbildungsjahren und zwei schweren Reitunfällen, beendete ich jedoch mein Ausbildungsverhältnis. Erstens hatten mich beide Unfälle im Ausbildungsstand enorm zurückgeworfen und zweitens hatte ich erkannt, dass dieser schlechtbezahlte Beruf ein Knochenjob ist und das besonders für Frauen. Außerdem entsprach die Richtung, des leistungsorientierten Pferdesports und deren Trainingsmethoden, nicht meinen ethischen Grundsätzen im Umgang mit den Pferden. 


Möglichkeiten mit Pferden, pferdegerecht zu leben und zu arbeiten, ergaben sich viele und an alle Begegnungen und Erlebnisse aus dieser Zeit erinnere ich mich sehr gerne.


Im Winter 2010 übernahmen wir unsere ersten Pferde: Aaron und Lucky. Seither verbringen Sophia und ich eine tolle Zeit zusammen mit unseren Ponys.


Jedes Jahr nehmen wir an den regionalen Freizeitreiterturnieren teil. Mal mehr, mal weniger erfolgreich. Während Sophia bei jeder Prüfung den Pokalen für ihre Trophäensammlung hinterher jagt, sind sie für mich nicht ausschlaggebend.


Vielmehr bedeutend ist die Beobachtung, in wie weit Aaron und ich miteinander an unterschiedlichen Aufgaben und Herausforderungen gewachsen sind.

Durch die regelmäßige Teilnahme an Horsemanships, bei Pferdeprofi Bernd Hackl, lernte ich ganz neue Sichtweisen und Perspektiven im Umgang mit Pferden kennen. In seiner Ausbildungsphilosophie fand ich mich wieder: ein partnerschaftliches und harmonisches Miteinander zwischen Mensch und Pferd.


Basierend auf dieser Grundlage lehrt auch Christine Schmidt-Saalmüller, in deren Fernschule für Ganzheitliche Pferdeberufe ich meine Lizenz zur CuraEquus Reitpädagogin erlangte.


Hierdurch habe ich nun eine hervorragende Grundlage geschaffen, auf die ich in der Zukunft aufbauen kann. Der Weg zu meinem Ziel, mein Hobby zum Beruf zu machen, war lang und ich musste viele Umwege in Kauf nehmen. Aber durch Geduld und Ausdauer und der inneren Stimme folgend, bin ich nun da, wo ich sein möchte.


Ich wünsche euch Kids viel Freude, Motivation, Geduld mit euch selbst und unseren Ponys und viele tolle, erlebnisreiche Stunden und Ausritte bei uns!


 

Sophia

Seit meiner frühesten Kindheit, ich glaube ich war gerade 17 Monate alt, reite ich schon und bin im Pferdestall zu Hause.


Angefangen habe ich ohne Sattel im Schritt geführt, auf dem Pferd meiner Tante oder zusammen mit Mama reitend, auf der alten Haflinger Stute Windy.


Kurz vor meinem 5. Geburtstag bekam ich dann mein erstes eigenes Pony geschenkt. 

Lucky war ein schwarzer Shetty-Wallach. Er war ein ehemaliges Zirkuspony und schon sehr alt. Geschätzt um die 30 Jahre. Auf ihm habe ich sicher Reiten gelernt. Im Gelände, von Mama anfangs als Handpferd mitgeführt, konnte ich meine Fähigkeiten ausbauen. Mit 7 Jahren war es dann möglich, auch im Schritt und Trab selbstständig die Reitausflüge zu begleiten. Kräftemäßig war mir das kleine Pony immer noch überlegen. Und oftmals, wenn ich nicht damit rechnete, schlug Lucky seine eigenen Wege ein und ich war ihm dann immer hilflos ausgeliefert. In solchen Momenten wurde mir schmerzlich bewusst, dass ich noch viel zu lernen hatte.


Lucky begleitete mich eineinhalb Jahre, bevor er eine schmerzhafte Arthrose bekam und eingeschläfert werden musste. Ich trauere immer noch, über den Tod meines ersten Ponys. 


Von einer Freundin kaufte Mama unser Perlchen ab. Deren Kinder waren aus dem Pony herausgewachsen und Perle hatte schon eine geraume Zeit auf eine neue Aufgabe gewartet. Perle und ich waren nach kurzer Zeit ein eingespieltes Team. Mit ihr erlebte ich meine ersten reiterlichen Höhepunkte. Ich erhielt auf Perle Reitunterricht von einer privaten Trainerin und begleitete Mama auf Freizeitreiterturniere und heimste dabei meine ersten Pokale ein. In den Prüfungen im Trailparcour war Perle nervenstark und ich konnte mich hundertprozentig auf sie verlassen.


Doch leider wachse ich viel zu schnell und auch meine Zeit mit Perle war irgendwann zu Ende. Von meiner Oma bekam ich mein jetziges Pferd Matti gekauft. Er ist ein Deutsches Reitpony, wird jetzt 23 Jahre alt und ist in Dressur und Springen bis L ausgebildet. Ein ideales Lehrpferd für mich.


Doch Matti war nicht Perle und so spielerisch einfach war die Umstellung auf das neue Pferd dieses Mal nicht! Matti war ein Städter. Er hat in Düsseldorf in einem Reitstall gedient. Kannte Reithalle und Reitplatz, aber kaum Gelände oder lange Aufenthalte auf der Weide.


Durch den Umzug aufs Land, war er monatelang total gestresst und mit sich und seiner neuen Lebenssituation total überfordert. Durch seinen hohen Anteil an Vollblut, war er nicht gerade ruhig und ausgeglichen im Gelände. Er war schreckhaft gegenüber unbekannten Gegenständen, welche uns auf unseren Ritten begegneten.


Von Perle mit Erfolgen auf Wettkämpfen verwöhnt, fand ich mich mit Matti auf den hintersten Plätzen wieder. Ich war frustriert, enttäuscht und sauer. Ich hätte ihn am Liebsten verkauft. Ich sah es nicht ein, meine Zeit in ihn zu investieren und war dementsprechend unmotiviert beim Reiten. Meine Mutter hat das fast zur Weißglut gebracht und wir hatten viele unangenehme Diskussionen über das Reiten und meine Verantwortung gegenüber dem Pferd.


Ich benötigte etwas Abstand und irgendwann fand ich meinen Weg, der mich mit Matti vereinte. Es kostete mich viel Arbeit und Geduld und Selbstdisziplin, um das Vertrauen von Matti zu erhalten. Wir haben zusammen viele Hürden gemeistert. Ich habe während dieser Zeit viele neue Erkenntnisse über mich und über das Lebewesen Pferd erhalten. Wir sind auf einem guten Weg eine Einheit zu werden. Ein Team sind wir jetzt schon.


Die Arbeit mit den Ponyreitern hat auch viel dazu beigetragen, dass ich verständnisvoller und geduldiger im Umgang mit Menschen und Tieren geworden bin. Meine persönlichen Bedürfnisse und (Ab-)Neigungen zurück zu stecken und mich individuell auf die Situation einzustellen, ist eine wichtige Erkenntnis und Grundlage für mein Leben.